1. Mai gegen das multinationale Kapital und für ein Leben in Würde für alle! 

Nota:

El siguiente texto corresponde al saludo hecho llegar por nuestras compañeras de la Asamblea Autoconvocada Anarquista de Valparaíso (región chilena), para la manifestación del primero de mayo en Leipzig, en el marco de los Días Anarquistas.

An unsere Gefährt*innen in Leipzig 

Die Verlagerung und Auslastungsschwankungen des multinationalen Kapitals haben in den Jahren der Globalisierung die Unterwerfung unserer Bevölkerungen begünstigt. Die Konzentration von Reichtum und die Schaffung wirtschaftlicher Ballungsräume, welche die Unterwerfung von Staaten, deren Rechtsprechungen und damit unserer Leben bewirken, sind auf schmerzhafte Art und Weise eine Tatsache. 

In Südamerika gibt sich der Extraktivismus als Motor von Entwicklung, stützt aber gleichzeitig die koloniale Herrschaft und setzt die Zerstörung der Gebiete fort, indem sie Dürren, eine Verringerung der Biomasse, eine unwiederbringliche Zerstörung der Ökosysteme und einen langen Prozess physischer, emotionaler und kultureller Schäden für unsere Communitys erzeugt. 

Aber die Entfremdung durch die Arbeit und die Unterwerfung unter den Kapitalismus wird niemals komplett sein. Wir lassen uns nicht von dem Gerede über Niederlage und unvermeidlicher Dystopie blenden. Wir streiten um die Gegenwart und um die Zukunft. Aus diesem Grund rufen wir uns selbst zur anarchistischen Versammlung von Valparaíso auf, treffen uns und organisieren uns. Denn wir glauben an eine andere mögliche Welt, hier und jetzt. Zusammen mit anderen, die auf verschiedene Arten kämpfen, bauen wir eine andere Welt auf, die Fürsorge und Herzlichkeit in den Mittelpunkt stellt, damit unsere politischen Projekte einschließend, vielfältig und voller Liebe sind. Wir glauben an andere mögliche Welten, in denen sowohl Deutschland als auch Chile nicht mehr Gebiete der Ausplünderung und Lebensquälerei sind, sondern sich in wirkliche Ausdrücke der Vergemeinschaftung des Lebens verwandeln, wo Fürsorge und Freude vorherrschen. 

Wir wissen, dass der Kampf nicht einfach ist, und wir sind uns der Notwendigkeit bewusst, geduldig und beharrlich zu sein. Das bedeutet jedoch nicht, mit der Niederlage zu leben. Ganz im Gegenteil zielt unser Kampf auf den Sieg und nährt sich Tag für Tag dadurch, Ziele zu erreichen, die der Wiederaneignung unserer Leben aus den Fängen von Herrschaft und Kapital dienen. Dafür sind wir organisiert, und deshalb werden wir weiterhin unsere Aktionen mit anderen kämpfenden Communitys und mit allen Gefährt*innen, die sich als Teil dieses Weges sehen, abstimmen.

Am Schluss wollen wir in einem weiteren Jahr des Gedenkens der Vorfälle vom Haymarket einen geschwisterlichen Gruß an unsere Gefährtinnen in Leipzig senden. In unserem Verständnis erfordert das Bestehen der multinationalen Netzwerke der Herrschaft auch den Zusammenschluss unserer Seite, und keine isolierte Aktion kann es allein mit der globalen Herrschaft aufnehmen. Wir wollen euch mitteilen, dass ihr in den Schützengräben von Valparaíso Gefährtinnen vorfindet, denen ihr vertrauen könnt. Wir reichen euch unsere Arme und begrüßen euren Kampf, denn wir sind davon überzeugt, dass wir dem Beispiel von Spiess, Parsons, Schwab und allen an jenem 1. Mai 1886 Gefallenen folgend weiterhin zusammen die schwarzen Fahnen für die soziale Revolution und die Anarchie erheben, denn die Emanzipation der Arbeiterinnen wird Werk der Arbeiterinnen selbst sein!

Lasst uns mehr aufeinander achtgeben!
Lasst uns weniger arbeiten!
Lasst uns alles kollektivieren!

Mit Zuneigung und Rebellion, Asamblea Anarquista Autoconvocada von Valparaíso.

  1. Mai 2022

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