Solidarität in der Nachbarschaft aufbauen: Anarchistische Tage in Leutzsch

Am vergangenen Mittwoch, 27. April, fand in Leutzsch ein bunter, fröhlicher anarchistischer Tag statt. Es war der erste seiner Art und war Teil der Anarchistischen Tage Leipzigs. Diese fanden zum ersten Mal in Leipzig statt und brachten mit sich eine Woche voller Aktivitäten und Veranstaltungen in verschiedenen Teilen der Stadt. Es war ein Nachmittag voller Aktivitäten für Menschen aus der Nachbarschaft und Aktivisten*innen.

Wir, als Teil von tribu.x und verantwortlich für die Organisation des Tages, waren von Anfang an der Meinung, dass es für unsere Arbeit in der Nachbarschaft wichtig ist, diesen Tag so vielfältig und zugänglich wie möglich zu gestalten. Wir wollten viele verschiedene Menschen erreichen und ihnen einen Raum bieten, in dem sie sich kennen lernen und auch ein besseres Verständnis für libertäre Ideen gewinnen können. Kurz gesagt, unser Ziel war es, einen Treffpunkt für Menschen aus der Nachbarschaft und Aktivisten*innen zu schaffen.
Wir hoffen somit Schritt für Schritt, unserer Idee von der Zusammenarbeit mit unserer lokalen Gemeinschaft zu stärke und die Nachbarschaft mit einer zugänglichen, offenen und nicht institutionalisierten libertären Kultur zu füllen.

Während der Veranstaltung sammelten wir Geld für zwei Hauptzwecke. Einerseits, um alle Ausgaben des Tages (Essen und Trinken, Transportkosten, etc.) zu decken, und der Rest wurde an das NoBorder-Team gespendet, die an der Grenze zwischen Polen und Belarus aktiv sind. Wir freuen uns, dass wir insgesamt 490 Euro für das NoBorder-Team sammeln konnten.

Es ist uns auch wichtig, die Arbeit all derer zu würdigen, die auf die eine oder andere Weise mitgeholfen haben und somit diesen Tag erst möglich gemacht haben. Wir danken daher dem Orga-Team der Leipziger Anarchistischen Tage, AKM für ihr wunderschönes und einzigartiges Plakat/Flyer, Khira für ihre Fotos, dem Übersetzerkollektiv, ohne das die Gespräche nicht hätten stattfinden können, den Zirkuskünstlern sowie den Musikern und natürlich allen Nachbarninnen und Aktivisteninnen, die sich unserem Tag angeschlossen haben.

Kurzes Re-Cap des Tages in Leutzsch

Die Anarchistischen Tage in Leutzsch begannen mit einem kritischen Spaziergang durch die Straßen von Leipzig Alt-West, bei dem vor allem Straßen und Orte der antifaschistischen Erinnerung an das nationalsozialistische Regime der 1930er Jahre besucht wurden. Diese Aktion, die in Lindenau begann, endete im Wasserschloßpark von Leutzsch.

Hier fand anschließend eine Varieté, eine Zirkus- und Musikshow, statt. Organisiert von einer kleinen Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Die Show war ein voller Erfolg. Die improvisierte Bühne, die Live-Musik und die farbenfrohen Kostüme sorgten für großes Interesse bei den Passanten und den spielenden Kindern im Park. Viele Kinder versammelten sich und näherten sich der Bühne, um zu erfahren, was vorbereitet wurde, und um einen Luftballon als Geschenk zu erhalten. Insgesamt sahen mehr als zweihundert Menschen eine Vorstellung, die das vielfältige Publikum mit Freude und Lachen erfüllte.

Zur gleichen Zeit, bereitete ein Team das Essen für die KüfA (Küche für alle) vor. Das Gericht des Tages war Marklube und Tabbouleh. Die KüfA begann, während die Zirkusvorstellung stattfand. Als die Artisten und das Publikum zu der KüfA ankamen, war es schwierig, einen Teller mit Essen zu bekommen, geschweige denn die KüfA zu betreten. Es waren zu unser Freude, viel mehr Menschen als erwartet erschienen.

Die letzten Veranstaltungen des Tages fanden in den Räumlichkeiten vom AmEnde und dem Tante Emma Kiosk statt. Im AmEnde war kaum Platz für weitere Personen, so dass die Leute den Bürgersteig besetzten, um zu essen und zu plaudern, während der Tante-Emma-Kiosk als Zufluchtsort für diejenigen diente, die ein wenig mehr Ruhe brauchten und Informations- und Kulturmaterial finden wollten. Die Szene war wunderschön, in den Straßen des Viertels herrschte reges Treiben!

Nachdem die KüfA beendet war, fanden die Präsentationen statt. Es gab zwei kurze Informationsvorträge. Einen über die aktuelle Situation an der Grenze zwischen Belarus und Polen sowie über die Geschehnisse der letzten Wochen in Rojava im Zusammenhang mit dem erneuten türkischen Angriff.

Der Hauptinformationsvortrag des Abends wurde von einer Genossin der Asamblea Anarquista Autoconvocada de Valparaiso (AAA) gehalten. Sie informierte über die aktuelle Arbeit der AAA und gab einen näheren Einblick in ihren Ursprung, ihre Entwicklung und ihre politische Formulierung, die in einer während des Tages verteilten Broschüre festgehalten ist.

Zum Abschluss, nach einem intensiven Tag voller Aktivitäten blieb nur noch Zeit, um Musik zu hören, Kontakte zu knüpfen und den Rest des Abends zu genießen. So ging ein Tag zu Ende, an dem der Anarchismus in all seinen Farben in der Nachbarschaft sichtbar und präsent war. Einer von vielen, die noch kommen werden, hoffen wir.

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by Kira

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